Neuigkeiten aus Eschbach
Herr Danner im Gespräch mit Herrn Esche
Erstelldatum02.10.2025
Leiter der LEA Freiburg
Im Gewerbepark Breisgau plant das Land eine Erstaufnahmeeinrichtung mit einer Kapazität zur Unterbringung von bis zu 950 Personen. Um die Bürgerinnen und Bürger frühzeitig in den Prozess einzubeziehen, findet am 17. Oktober 2025 ein Infomarkt statt. Dort besteht für die Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit, sich zu informieren und mit Ansprechpartnern des Landes in den Dialog zu treten.
Herr Esche, ich möchte im Vorfeld des Infomarktes einige Fragen aus der Bevölkerung aufgreifen und zu einer sachlichen Diskussion beitragen. Sie sind Leiter der Landeserstaufnahmeeinrichtung (LEA) Freiburg. Was ist denn der Unterschied zwischen einer LEA und einer EA?
In Baden-Württemberg gibt es in jedem Regierungsbezirk eine LEA. Die LEA ist in der Regel die erste Station für alle Geflüchteten, die in Baden-Württemberg ankommen. Hier werden wichtige Verfahrensschritte im Aufnahme- und Asylverfahren gebündelt durchlaufen: die Registrierung, die ärztliche Untersuchung und die Asylantragsstellung inklusive Anhörung beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF). Dafür ist das BAMF an jedem LEA-Standort auf dem Gelände der Einrichtung oder in der Nähe mit einer Außenstelle präsent.
Eine EA dient hingegen in erster Linie der Unterbringung und Versorgung von Geflüchteten. In die EA kommen die Geflüchteten in der Regel erst, nachdem sie in der LEA die eben beschriebenen Verfahrensschritte durchlaufen haben. Das bedeutet, dass in der EA grundsätzlich nur Flüchtlinge untergebracht werden, die bereits registriert, sicherheitsüberprüft und gesundheitsuntersucht wurden.
Im Gewerbepark Breisgau soll die EA eine Kapazität von bis zu 950 Personen umfassen. Wie funktioniert so eine Einrichtung, wenn dort so viele Menschen untergebracht sind?
In Einrichtungen der Erstaufnahme leben Menschen mit unterschiedlichsten kulturellen Hintergründen, Charakteren, Sozialisierungen und religiösen Überzeugungen zusammen. Darunter befinden sich alleinreisende Frauen mit Kindern ebenso wie junge Männer. Damit das Zusammenleben funktioniert, braucht es klare Regeln. Unsere Hausordnung bildet dafür den Rahmen. Gleichzeitig bemühen wir uns, zentrale Werte zu vermitteln: die Gleichberechtigung von Frauen und Männern, ein gewaltfreier Umgang miteinander und gegenseitiger Respekt. Das ist nicht immer einfach und erfordert viel Einsatz – aber es zeigt Wirkung.
Was uns dabei hilft und aus meiner Sicht enorm wichtig ist, sind die Strukturen in der EA mit Unterstützungs-angeboten für die Geflüchteten. Das setzt sich zusammen aus: Verpflegung, einer Krankenstation, Kinder-betreuung, Informations- und Beratungsangebote – etwa in Form von unabhängiger Sozial- und Verfahrens-beratung, Rechtsstaatsunterricht, Sprachkurse, soziale Treffpunkte, Freizeitangebote, wie Fußball oder Lauf-gruppen und einen Sicherheitsdienst, der rund um die Uhr vor Ort ist. Dank dieser engagierten Zusammenarbeit zahlreicher Partner sowie dem hohen Einsatz unserer Mitarbeitenden haben wir bereits bewiesen, dass wir Projekte erfolgreich umsetzen können – und genau diese positive Dynamik und gute Grundstimmung wird auch im Gewerbepark Breisgau spürbar sein.

