Vorsorge trifft Verantwortung
In den letzten Jahren haben extreme Wetterereignisse, insbesondere Starkregen, spürbar zugenommen. Kurze, aber heftige Niederschläge überfordern oft die bestehende Infrastruktur, überfluten Straßen, Keller und Gebäude und verursachen immense Schäden. Dabei kann es jedes Gebiet treffen – nicht nur bekannte Überschwemmungszonen. Umso wichtiger ist ein ganzheitliches Starkregenrisikomanagement.
Zuletzt hat am 23. Juni 2021 ein Starkregenereignis die Gemeinde Eschbach mit starken Regenfällen und mehreren Überschwemmungsereignissen stark getroffen. Die freiwillige Feuerwehr war damals an der Behebung der Auswirkungen mit insgesamt 13,5 Stunden im Einsatz. Damit verbunden waren 10 Einsätze bei privaten Eigentümern und ein Einsatz im öffentlichen Raum. Eindrücke des Starkregenereignisses haben wir Ihnen in einer Fotodokumentation (PDF-Dokument, 621,71 KB, 12.09.2025) zusammengestellt.
Was ist ein Starkregenrisikomanagement?
Was ist ein Starkregenrisikomanagement?
Ein Starkregenrisikomanagement beschreibt einen systematischen Ansatz zur Erkennung, Bewertung und Reduzierung von Risiken durch Starkregen. Es geht darum, Gefahren frühzeitig zu identifizieren, Schutzmaßnahmen zu entwickeln und die betroffenen Akteure – von Kommunen über Unternehmen bis hin zu Privatpersonen – in die Verantwortung zu nehmen.
Phasen eines Starkregenrisikomanagements
Phasen eines Starkregenrisikomanagements
- Starkregengefahrenkarte - Analyse der Überflutungsgefährdung
- Risikoanalyse - Gefährdung für besonders sensible Infrastruktur wird analysiert und betrachtet
- Handlungskonzept - Maßnahmen zur Verbesserung des Starkregenschutzes werden aufgezeigt
- Vorstellung der Ergebnisse
Warum ist es wichtig?
Warum ist es wichtig?
- Klimawandel führt zu häufigeren und intensiveren Starkregenereignissen.
- Konventionelle Entwässerungssysteme stoßen an ihre Grenzen.
- Unvorbereitete Gebiete können stark betroffen sein – auch fernab von Flüssen oder Seen.
- Schäden lassen sich vermeiden, wenn rechtzeitig gehandelt wird.
Was kann ich tun?
Was kann ich tun?
Starkregenrisikomanagement ist nur als Gemeinschaftsaufgabe zu verstehen. Das eigene Risiko und vor allem teure Schäden können durch geeignete Eigenvorsorge minimiert werden.
Starkregenrisikomanagement der Gemeinde Eschbach
Die Gemeinde Eschbach ist derzeit dabei für ihr Gemeindegebiet ein kommunales Starkregenrisikomanagement gemäß den Vorgaben des Leitfadens des Landes Baden-Württemberg zu erstellen.
Der Leitfaden gibt für die Analyse des Starkregenrisikos drei Szenarien vor:
- seltene Starkregen (vergleichbar mit einem 30-jährlichen Niederschlagsereignis)
- außergewöhnliche Starkregen (Jährlichkeit des Niederschlagsereignisses 100 Jahre)
- extreme Starkregen (mit einem Niederschlag von 128 mm/h und einer weit über 100 Jahre hinaus gehenden Jährlichkeit)
Auf diese Weise können für das gesamte Gemeindegebiet grundstücksscharf die Starkregengefahrenkarten (differenziert nach seltenem, außergewöhnlichem und extremem Ereignis) erstellt werden. Im Weiteren können dann private Eigentümer und die Gemeinde auf dieser Basis Maßnahmen zur Starkregenvorsorge ergreifen und das Starkregenrisikomanagement ausrichten.
Starkregenkarte anzeigen (PDF-Dokument, 1,88 MB, 03.09.2025)
Was zeigen die Karten?
Was zeigen die Karten?
Die Karten zeigen für das gesamte Gemeindegebiet, wie sich das Wasser bei einem Starkregenereignis verteilt, wohin es fließt und in welchen Bereichen es sich aufstaut. Überflutungsflächen sind dabei blau eingefärbt – je dunkler das blau, desto höher steht das Wasser. Pfeile zeigen an, wohin und wie schnell das Wasser abfließt.
Basierend auf einer Computerberechnung zeigen die Karten Gefahren auf, die bei drei verschiedenen Szenarien auftreten können:
- seltenes Starkregenereignis ca. 40 Liter pro m² in 1 Stunde
- außergewöhnliches Starkregenereignis ca. 50 Liter pro m² in 1 Stunde
- extremes Starkregenereignis ca. 128 Liter pro m² in 1 Stunde
Das seltene Ereignis tritt statistisch gesehen einmal in circa 30 Jahren auf, das außergewöhnliche Ereignis statistisch gesehen einmal in 100 Jahren. Das extreme Starkregenereignis wird für Baden-Württemberg einheitlich mit 128 Liter berechnet und unterliegt keiner statistischen Auftretenswahrscheinlichkeit.
Was können Sie tun?
Was können Sie tun?
Die Karten sind ein erster Anhaltspunkt für eine mögliche Gefährdung. Eine individuelle Analyse ist aber zwingend notwendig. Wichtig ist, dass jede/r vor Ort prüft, ob von der Karte abweichende oder zusätzliche Fließwege und Einstaubereiche vorliegen. Die richtige Vorsorge ist sowohl für die eigene Sicherheit als auch für den Schutz von Gebäuden und Materiellem entscheidend. So gehört es zum Beispiel zur Eigenvorsorge das Gebäude vor Wassereintritt zu schützen und den Versicherungsschutz zu prüfen.
Einige Beispielfragen können bei einer ersten Einschätzung helfen:
- Gibt es tieferliegende Räume, in die Wasser eintreten kann?
- Sind dort Gegenstände mit hohem Schadenspotenzial gelagert (Technikräume, Tiefgaragen, etc.)?
- Gibt es weitere Eintrittswege (Lichtschächte, Lüftungsöffnung, Fenster/Türen, etc.)?
- Sind unbefestigte Gegenstände im Gefahrenbereich gelagert, die mitgerissen und anderswo Schaden anrichten können?
Zudem sollten sich alle Bürgerinnen und Bürger über korrektes Verhalten vor, während und nach einem Ereignis informieren und Unwetterwarnungen beachten.

